🧭 Welcher Workshop passt zu euch?
- Katharina Lerch
- 18. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Und warum das Format wirklich einen Unterschied macht

Viele Anfragen, die ich bekomme, lauten ungefähr so:
„Wir würden gern mal einen Workshop machen.“
Und das klingt erstmal völlig logisch.Teams wollen Weiterbildung, Menschen wollen dazulernen, Organisationen wollen ihre Öffentlichkeitsarbeit verbessern.
Aber oft zeigt sich im Vorgespräch: Eigentlich geht es gar nicht nur um Inhalte.
Sondern um ganz andere Fragen:
Wer fühlt sich zuständig?
Wer fühlt sich unsicher?
Wer braucht wirklich Fortbildung?
Wer eigentlich gar nicht?
Und welches Format löst das Problem überhaupt sinnvoll?
Denn Workshops sind keine Programmpunkte zum Befüllen.
Sie sind Lernformate.
Und unterschiedliche Formate können unterschiedliche Dinge leisten.
Ein kompakter Workshop funktioniert anders als eine Reihe.
Eine Reihe funktioniert anders als Einzelbegleitung.
Und ein Teamformat löst andere Probleme als ein offener Workshop für Einzelpersonen.
Das klingt erstmal banal.
Macht in der Praxis aber einen riesigen Unterschied.
🪑 Warum ich nicht einfach „irgendwas fürs Zeitfenster“ anbiete
Natürlich gibt es sie:
diese Anfragen à la
„Wir hätten von 14 bis 17 Uhr noch einen Raum frei.“
Und ja — organisatorisch verstehe ich das total.
Kalender sind voll.
Teams sind ausgelastet.
Alle versuchen irgendwo noch Weiterbildung unterzubringen.
Aber aus fachlicher Sicht ist das ein bisschen so, als würde man sagen:
„Wir haben Hunger. Ist egal was. Hauptsache irgendwas zu essen.“
Denn gute Workshops entstehen nicht spontan zwischen zwei Meetings.
In einem guten Workshop steckt:
Testen
Umstrukturieren
Kürzen
Neu schreiben
Übungen entwickeln
Reihenfolgen verändern
Stolperfallen erkennen
Ich entwickle meine Formate so lange,
bis sie didaktisch wirklich funktionieren.
Bis klar ist:
wo Menschen hängen bleiben
welche Übungen tatsächlich helfen
wann Überforderung entsteht
wo Aha-Momente passieren
wie Lernen unter realistischen Bedingungen möglich wird
Und deshalb glaube ich inzwischen nicht mehr daran,
einfach beliebig Inhalte in irgendwelche Zeitfenster zu pressen.
Denn sobald Formate künstlich zusammengestaucht werden,
passiert fast immer dasselbe:
Übungen fallen raus
Fragen haben keinen Platz
Diskussionen werden gehetzt
die Tiefe verschwindet
alle werden müde
niemand fühlt sich wirklich fertig
Kurz gesagt:
Es wird nicht besser. Nur schneller.
🫣 Was ich in Teams erstaunlich oft erlebe
Es gibt aber noch eine andere Situation,
die viel häufiger vorkommt als „Füllt mal ein Zeitfenster“:
Ein Workshop wird fürs ganze Team gebucht,
obwohl eigentlich nur eine oder zwei Personen Unterstützung brauchen.
Manchmal sitzt dann ein komplettes Team im Workshop,
obwohl 80 % die Inhalte längst kennen —
weil intern niemand sagen wollte:
„Eigentlich geht es gerade nur um Person X.“
Und ja:
Manchmal passiert auch genau das Gegenteil.
Die Person, die Social Media tatsächlich macht,
wünscht sich eine Fortbildung,
hat vielleicht schon konkrete Fragen,
möchte tiefer einsteigen,
braucht Struktur, Strategie oder neue Arbeitsabläufe.
Die Teamleitung merkt aber selbst,
dass Grundlagen fehlen,
fühlt sich unsicher,
möchte das aber nicht offen sagen —
und plötzlich wird stattdessen ein allgemeiner Basics-Workshop fürs ganze Team gebucht.
Das Ergebnis ist oft ein bisschen absurd:
Das Team sitzt in einer Schulung, die viele gar nicht brauchen.
Die eigentlich interessierte Person langweilt sich.
Und die Person, die sich Weiterbildung gewünscht hat,
geht am Ende ironischerweise ohne echte Fortbildung nach Hause.
Das meine ich überhaupt nicht vorwurfsvoll.
Das passiert oft aus Unsicherheit.
Oder aus Zeitdruck.
Oder weil Organisationen versuchen, möglichst „fair“ mit Weiterbildung umzugehen.
Aber genau deshalb ist die Frage nach dem richtigen Format wichtig.
Denn:
Nicht jedes Problem braucht automatisch einen Team-Workshop.
🧑🏫 Der klassische Workshop
Ein kompakter Workshop ist sinnvoll, wenn ihr:
✅ gemeinsam als Team arbeiten wollt
✅ einen gemeinsamen Wissensstand braucht
✅ ein Thema konzentriert bearbeiten möchtet
✅ Entscheidungen zusammen treffen wollt
✅ mehrere Stunden wirklich fokussiert arbeiten könnt
Das Gute an Workshops
man bleibt gemeinsam im Thema
Dynamik entsteht leichter
komplexe Dinge lassen sich zusammenhängend erklären
man kommt schneller in die Tiefe
Teams entwickeln gemeinsame Sprache und Klarheit
Aber Workshops haben auch Grenzen
Gerade in:
Sozialarbeit
Pflege
Ehrenamt
Bildung
kleinen Vereinen
überlasteten Teams
… fehlt oft schlicht die Kapazität für konzentrierte Fortbildung.
Und ehrlich gesagt:
Ein Workshop bringt wenig,
wenn alle nach 90 Minuten gedanklich wieder bei Mails, Personalmangel oder der nächsten Schicht sind.
🌱 Warum Reihen oft nachhaltiger sind
Deshalb arbeite ich inzwischen besonders gern mit Reihen.
Nicht, weil sie „kleiner“ sind.
Sondern weil sie oft realistischer zum Alltag passen.
Kurze Termine über mehrere Wochen haben Vorteile,
die klassische Workshops gar nicht leisten können:
Gelerntes kann direkt ausprobiert werden
Fragen aus der Praxis kommen wieder mit rein
Routinen können langsam wachsen
Überforderung sinkt
man muss nicht alles sofort perfekt verstehen
Lernen passiert näher am echten Alltag
Gerade bei Social Media ist das oft deutlich sinnvoller
als ein einmaliger Intensivtag.
Denn Social Media scheitert selten daran,
dass Menschen zu wenig wissen.
Sondern meistens an:
fehlender Struktur
Überforderung
Perfektionismus
Zeitmangel
fehlender Routine
dem Gefühl, ständig bei null anzufangen
Und genau da helfen Reihen oft besser.
🧵 Meine Reihe: „Roter Faden Social Media“
Deshalb gibt es bei mir die Reihe
„Roter Faden Social Media“.
Nicht als Turbo-Contentkurs.
Nicht als „Poste 30 Tage täglich“-Challenge.
Und auch nicht als Motivationsevent.
Sondern als Arbeitsstruktur.
Im Mittelpunkt steht nicht die Frage:
„Wie produziert man noch mehr Content?“
Sondern eher:
„Wie wird Social Media im echten Alltag überhaupt machbar?“
🎬 Workshops für Einzelpersonen
Nicht alle Menschen brauchen ein Teamformat.
Viele Menschen, die bei mir landen,
machen Öffentlichkeitsarbeit alleine —
oder fast alleine.
Und dort entsteht oft dieses Gefühl von:
„Ich fange jedes Mal wieder komplett bei null an.“
Deshalb gibt es bei mir auch offene Workshops für Einzelpersonen.
Zum Beispiel:
„Reels auf Vorrat“
Ein Workshop für Menschen,
die Reels nicht ständig neu erfinden möchten.
Denn das eigentliche Problem bei Reels
ist oft gar nicht die Technik.
Sondern dieser dauernde Neustart:
neue Idee finden
neues Format überlegen
neues Video bauen
wieder bei null anfangen
Im Workshop zeige ich einen klaren, reduzierten Workflow,
mit dem mehrere Reels auf einmal vorbereitet werden können —
ohne Kamera-Performance,
ohne komplizierte Tools
und ohne stundenlanges Herumprobieren.
🧩 Welches Format passt zu euch?
🧑🏫 Workshop
Gut, wenn ihr:
gemeinsam als Team arbeiten wollt
konzentriert Zeit freischaufeln könnt
ein Thema einmal zusammen bearbeiten möchtet
schnelle gemeinsame Klarheit braucht
🌱 Reihe
Gut, wenn ihr:
wenig Kapazität habt
nachhaltig lernen wollt
Dinge zwischen den Terminen ausprobieren möchtet
leicht überfordert seid
Social Media realistisch in euren Alltag integrieren wollt
🎬 Einzelworkshops
Gut, wenn ihr:
alleine arbeitet
sehr konkrete Probleme lösen wollt
euch Struktur fehlt
flexibel lernen möchtet
gezielt einzelne Wissenslücken schließen wollt
❤️ Meine ehrliche Empfehlung
Nicht jedes Problem braucht den größten Workshop.
Und nicht jede Überforderung löst man mit noch mehr Input.
Manchmal ist ein kompakter Workshop genau richtig.
Manchmal ist eine Reihe viel nachhaltiger.
Manchmal braucht es erstmal nur Struktur.
Oder einen Arbeitsablauf,
der endlich nicht mehr jeden Tag neue Energie frisst.
Deshalb sage ich Interessierten manchmal auch:
„Ihr braucht gerade keinen größeren Workshop.
Ihr braucht erstmal einen roten Faden.“
Und genau darum geht es mir.
Nicht möglichst viel Stoff in möglichst wenig Zeit zu pressen.
Sondern Lernformate zu bauen,
die im echten Alltag tatsächlich funktionieren.



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