top of page
  • Instagram

Das Teuerste Nein, das ich je verkauft habe

Warum mein altes 1:1-Coaching nicht funktioniert hat – und wie daraus das Vier-Augen-Gespräch wurde



Zwei leere Gartenstühle vor einer Wand als Symbolbild für ein vertrauliches Vier-Augen-Gespräch
Manche Themen sind etwas für ein Vier-Augen-Gespräch.


Ich habe mal jemandem aktiv ausgeredet, bei mir zu buchen. Und war anschließend richtig stolz drauf.


Eine Künstlerin hatte sich gemeldet - Einzeltraining, sie wollte endlich einen laufenden Instagram-Account. Ich hab nachgefragt, was sie denn gerne posten würde. Antwort: Ausstellungseröffnungen. Die finden aber nicht jede Woche statt, eher alle paar Monate.


Und genau da liegt das Problem: mit so seltenem Content funktioniert Instagram einfach nicht. Dafür bräuchte sie ständig was drumherum - Prozess zeigen, Atelierblicke, Werkstattfotos. „Ich hab aber überhaupt keine Zeit oder Lust, Sachen drumherum zu machen", hat sie gesagt.


Somit war das schnell geklärt: Sie braucht kein Instagram.


Ich hätte ihr auch einfach das Einzeltraining verkaufen können. Rund 1.500 Euro, los geht's. Im Verlauf der sechs Sitzungen hätte sie das auch von selbst gemerkt. Ziemlich teuer für eine nicht sehr steile Lernkurve, deswegen sage ich das lieber direkt, wenn ich den Verdacht habe.


Stattdessen hab ich einen Starthilfe-Kurs von mir bei einer Bildungseinrichtung empfohlen, der bald anstand. Ich glaube 50 Euro kostet die Teilnahme da. Ich kriege nicht mehr, wenn sich eine Person mehr anmeldet. Sie hat teilgenommen, ich habe nichts mehr von ihr gehört. Vermutlich braucht sie gar kein Insta.


So eine Anfrage, zweimal


Diese Art von Anfrage kommt öfter, als man denkt. Neulich schrieb mir eine Frau mit eigener Praxis - ihre Arbeit beruht auf jahrelanger fachlicher Ausbildung, sie berät, entwickelt eigene Materialien, hat gerade ihr erstes Logo in Canva gebaut. Jetzt wollte sie wissen, wie sie bei Instagram anfängt. Workshops seien nichts für sie, sie lernt lieber allein.


Und dann gibt's die andere Version dieser Mail: „Ich hab für meinen Verein eine Kampagne gestrickt, so gut ich konnte. Ich bin die Einzige hier, die Social Media macht. Es gibt keinen Arbeitskreis, in dem ich das mal zeigen kann, kein fachliches Gegenüber. Kannst du mal draufschauen?"


Beide brauchen im Grunde dasselbe: nicht mehr Wissen. Ein Gegenüber.


Warum ich mein altes Coaching eingestampft habe


Früher hätte ich beiden dasselbe angeboten: mein 1:1-Coaching. Sechs Termine à zwei Stunden, Zielgruppe, Funnel, Bio, Reels, Newsletter, 1.475 Euro. Alles drin, was man „unter Idealbedingungen" für einen Instagram-Auftritt braucht, der sichtbare Wirkung zeigt.


Am Ende der sechs Termine wussten die Leute richtig viel. Fühlten sich sicherer. Und hatten trotzdem keinen laufenden Account.


Nicht, weil sie nichts kapiert hätten.

Nicht, weil sie zu unmotiviert waren.

Nicht, weil sechs Termine zu wenig gewesen wären.

Sondern, weil ich Menschen beigebracht hab, wie man einen Marketing-Funnel baut - während zwischen den Terminen schlicht keine Zeit zum Üben da war. Weil das Leben weiterlief. Weil die eigentliche Arbeit weiterlief. Weil Kinder geboren wurden oder die eigenen Eltern ins Hospiz kamen. Weil die Schwester eine schwere Diagnose bekommt und man nun an den zwei Nachmittagen, die man für Social Media reserviert hatte, die Nichten und Neffen hat. Scheiß auf Social Media in solchen Momenten! Und sie passieren nun mal.


Irgendwann hab ich verstanden: Ihr wisst genug. Euch fehlt die Zeit. Ich kann euch nicht noch mehr beibringen wollen - ich muss euch helfen, zu sortieren, was unter euren tatsächlichen Ressourcen überhaupt geht.


Das Vier-Augen-Gespräch


Deshalb gibt's jetzt kein Sechs-Termine-Programm mehr, sondern 90 Minuten. Online, einmalig - erstmal.


90 Minuten sind der Rahmen, kein Dogma. Manchmal reicht das für eine klare Entscheidung. Manchmal merken wir nach zehn Minuten: hier lohnt sich mehr. Dann verabreden wir uns vielleicht für zwei Gespräche. Im ersten Termin bequatschen wir ganz genau, was du eigentlich machen willst, im zweiten setzen wir das gemeinsam um. Wir schaffen, was wir in der Zeit schaffen. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Und ja, das biete ich nicht endlos an - meine eigenen Ressourcen sind schließlich auch nicht unendlich. Aber solange der Vorrat reicht, gerne.


Kein Versprechen, dass danach der Kanal läuft - das kann ich in dieser Geschwindigkeit, mit der sich Plattformen und Algorithmen gerade ändern, sowieso niemandem mehr versprechen. Stattdessen: wir schauen uns deine konkrete Frage an, sortieren gemeinsam, und am Ende hast du eine Entscheidung, die zu deinen tatsächlichen Ressourcen passt. Nicht zu denen, die du gern hättest.



Warum ich lieber Nein sage, statt zu verkaufen


Ich mag nicht mit Leuten arbeiten, die mich eigentlich nicht brauchen, und ihnen Sachen verkaufen, die sie hinterher nicht nutzen. Das spricht sich rum. Und das ist am Ende geschäftsschädigender als jedes ausgeschlagene Honorar. Deswegen werde ich auch weiterhin herzlich gern eure Anfragen ablehnen, wenn ich euch damit Geld sparen kann und es dafür sorgt, dass ich nachts ruhig schlafe! 😅


Wenn du gerade selbst so eine Anfrage im Kopf hast - egal ob als Freiberu

fler*in oder als die eine Person im Verein, die das jetzt irgendwie stemmen soll - dann ist das Vier-Augen-Gespräch vielleicht dein nächster Schritt. Oder eben nicht. Das finden wir gemeinsam raus.


Ich schreib ab und zu einen Newsletter, wenn's was Neues gibt - unregelmäßig, kein Spam. Trag dich gern ein, wenn du auf dem Laufenden bleiben willst.

 
 
 

Kommentare


Hast du eine Frage? Nur zu!

bottom of page